Vita
Wie ich zum Shouttrainer wurde

„Singen muss Spass machen“. Das ist das Motto, nach dem ich arbeite. Von cleanem Rock-/Metalgesang über hohes Screamen bis tiefstes Growlen, es ist immer die Lust an der Musik, die mich antreibt. Schmerzen beim Singen machen mir keinen Spaß. Deswegen lege ich in meinem Shout-Gesangsunterricht vor allem Wert auf einen natürlichen Umgang mit der Stimme.

Metal war schon immer mein Leben. Aufgewachsen bin ich in den 90ern mit Iron Maiden, Metallica, Megadeth, Nirvana, den Smashing Pumpkins und vielen mehr. Der brutale Sound und die schier unbegrenzte Emotion, gerade von den Sängern, haben mich schon immer beeindruckt und bewegt. Meine ersten Erfahrungen im Shouten sammelte ich im Alter von 18 Jahren. Nach jeder Probe und jedem Konzert tat mein Hals allerdings so weh, dass ich nach wenigen Jahren das shouten wieder bleiben ließ.

Während meines Studiums in Berlin zog es mich immer mehr hin zur Musik. 2009 entschied ich dann, nach Freiburg im Breisgau zu ziehen und meinen Gesang vor allem technisch weiter zu entwickeln. Seither hatte ich Unterricht bei den verschiedensten Lehrern (u.a. Kai Bohun oder Brigitte Schweitzer). Was mich allerdings dabei störte, war die Tatsache, dass alle Techniken, die ich lernte, wenig mit dem Sound zu tun hatten, den ich in meinem inneren Ohr hörte.

Nach einer langen Suche nach Gesangslehrern stieß ich auf Melissa Cross. Ihre DVDs halfen mir zwar nur bedingt weiter, ihr Ansatz, alles natürlich passieren zu lassen und die Individualität des Schülers in den Vordergrund zu stellen, beeindruckten mich allerdings sehr. Anfang 2014 ging ich dann zwei Monate nach New York um Unterricht bei Melissa zu nehmen. Das war die Wende, auf die ich so lange gewartet hatte. Hier vereinten sich mein Wissen über Atmung, Resonanzräume, etc. und der Sound in meinem Kopf. Nach diesen zwei Monaten harter Arbeit waren die Grundlagen des gutturalen Gesangs erlernt und die Schmerzen beim Shouten, Growlen und Screamen Vergangenheit.

Seit 2019 biete ich nun neben dem cleanen Gesang auch gutturalen Gesangsunterricht an. Es geht mir hier nicht nur darum, die einzelnen Techniken zu lehren, sondern auch um die Verbindung der verschiedenen Welten zu vermitteln. Fragen wie "wie kann ich Schreien und Singen geil miteinander verbinden?" treiben mich seit Jahren um.

Als wichtigstes Standbein in meinem Leben als Musiker sehe ich allerdings den künstlerischen Aspekt. Ich beschäftige mich sehr intensiv mit der Frage, wie ich mit den erübten Techniken dann das ausdrücken kann, was ich möchte. Sound und Ausdruck sind zwei Dinge, die untrennbar miteinander verbunden sind. Dieses Zusammenspiel fasziniert mich sehr und macht einen großen Teil meiner musikalischen Arbeit aus. Dementsprechend ist auch mein Unterricht sehr davon geprägt daran zu arbeiten, dass die Schüler am Ende musikalisch das ausdrücken können, was sie möchten.